Die Wahl der richtigen Farben und Muster
Es gibt Farben, die über andere Farben dominieren, zum Beispiel warme Farben über kalte. Es gibt Struktur, die über andere dominieren, zum Beispiel glänzende über matte.
Farben und Muster dominieren immer über Formen: Was sehen Sie von einem bunt bemalten Stuhl zuerst- seine Form oder seine Farbe oder sein Muster?
Von den dominanten, den vordergründigen, den schweren Farben sollte man weniger als von den sanften, leichten, zurückstehenden Farben auswählen; von den glänzenden und den groben Oberflächen weniger als von den matten und den feinen Strukturen, von den großen, geometrischen Mustern weniger als von den kleinen, zarten Mustern.
Wohnlich wird ein Raum nur dann, wenn es gelingt Ausgewogenheit zwischen Farben und Formen, Farben und Strukturen, Farben und Mustern herzustellen.
Die Farben der Natur:
Die Anzahl der Farbkombinationsmöglichkeiten ist unbegrenzt. Um aber die richtigen Farben miteinander zu kombinieren bzw. zu kontrastieren, braucht man Vorbilder.
Die besten Farbvorbilder liefert uns die Natur, die uns die Farbwirkungen gleich mitliefert.
Alle diese Farbkombinationen der Natur sind stets harmonisch, ansprechend und schön anzusehen.
Die Landschaft am Meer: Sie enthält die Farben Schwarzblau, Hellblau, Türkis, Smaragdgrün (das Wasser); Gelbweiß, Beigegelb, Dunkelgelb (der Sand)
Herbstskala:
Alle Schattierungen von Braun, Rot, Orange, Rotbraun, Grau, Graubraun, Beige, Grün, Grüngelb sind darin enthalten. Diese Farben sind warm und freundlich und gut geeignet für Familien- Wohn-, und Spielräume. Zur Herbstskala passt die Holzskala in ihrer ganzen Breite.
Wolken:
Sie enthalten die komplette Grausskala, mit ihr verbindet man Stimmungen wie November, Regentag, Gewitter. Die Farben reichen von Weiß, Hellgrau, Dunkelgrau bis fast Schwarz, mit zartlila, zartrosa, zartgrünem Anstrich. Diese Farben wirken elegant, kühl, sachlich und sind für Büro- und Empfangsräume geeignet.
Keimende Pflanzen:
Der Spargel zum Beispiel, der aus dem Boden schießt, enthält eine Skala, die von Weiß, Hellgelb, Dunkelgelb über Hellgrün, Grün, Dunkelgrün bis zu rot reicht. In ein jugendliches Wohnzimmer, Zimmerflur und Jugendzimmer passen diese Farben des Frühlings und der Frische am besten.
Die Signalfarben:
Reine, leuchtende Farben werden in der Tier- und Pflanzenwelt als Signal- oder Lockfarben verwendet. Es sind die reinen, grellen, glänzenden, leuchtenden Farben sowie die bunten Muster, mit denen die Tiere auf sich aufmerksam machen. Farbakzente in der Wohnung ziehen die Aufmerksamkeit ebenfalls auf sich-sie werden besonders beachtet. Das ist ein Grund, kostbare und schöne Dinge im Farbglanz strahlen zu lassen. Aus demselben Grund sollten aber die grellen, reinen, glänzenden und leuchtenden Farben in der Wohnung mit Bedacht und nur als Akzent eingesetzt werden.
Die Wirkung der Farben:
Purpur, Rot, Orangerot wirken aktiv und Anregend
Orange, Gelb, Gelbgrün wirken hell, leicht und heiter.
Grün, Blaugrün und Blau wirken passiv und beruhigend.
Indigoblau, Blauviolett und Rotviolett wirken dunkel, schwer und ernst.
Gelb, Orange, Orangerot, Rot Purpur und Gelbgrün wirken warm.
Blauviolett, Indigoblau, Blau, Blaugrün, Rotviolett wirken kalt.
Farben haben unterschiedliche Wellenlängen, d.h. wir nehmen sie nicht nur visuell, sondern auch körperlich wahr. Warme Farben (langwellige Strahlen) kommen auf uns zu, kühle Farben (kurzwellige Strahlen) distanzieren sich.
In blaugrundig gestrichenen Räumen beginnt man schon bei einer Zimmertemperatur von 15 °C zu frösteln, in gelborange gestrichenen Räumen empfindet man es erst ab 11 °C als zu kühl.
Die Wirkung einer Farbe hängt auch von ihrer Umgebung ab. Aktive Farben treten vor, passive zurück.
Aktiv sind: Rot, Gelb und Orange
Passiv sind: Grün, Violett, Blau.
Gelb auf Schwarz tritt vor, Violett auf Schwarz verschwindet optisch. Gelb auf Weiß wird vom Weiß zurückgehalten, Violett vom Weiß abgestoßen, Gelb auf Blau tritt vor usw.
Bei Rot und Gelb .z.B. zwei warmen Farben, ist das hellere Gelb immer vorn.
Bei gleicher Helligkeit treten die warmen Farben vor, die kalten zurück.
Auch Glanz und Mattigkeit einer Farbbeeinflussen ihre Wirkung.
Eine glänzende rote Vase ist ein aktives, hervortretendes Stück. Eine matte rote Vase bleibt optisch im Hintergrund. Gibt man passiven und dunklen Farben Glanz, dann wirken sie nicht mehr düster. Der Glanz ist aktiv, Mattes ist passiv.
Farbkomposition und Wohnqualität
In der eigenen Wohnung soll man sich wohlfühlen, und es soll einem die Einrichtung gefallen, sie soll auf Dauer weder langweilig noch ermüdend wirken.
Der Farbkomposition sind also Grenzen gesetzt, weil fürs Wohlfühlen in der Wohnung spektakuläre, modische und beunruhigende Kombinationen auszuschließen sind.
Mischfarben:
Alle Farbenlehren nehmen an, dass es drei Grundfarben gibt: Gelb, Rot und Blau. Werden diese gemischt entstehen die anderen Farben. Eine jede Farbe hat also einen gelben, roten oder blauen Unterton. Schwarz und Weiß, eigentlich keine Farben, haben die Funktion von Licht und Schatten.
Vertragen sich Mischfarben? Die Erfahrung zeigt, dass sich Mischfarben gleicher Helligkeitsstufe nicht miteinander vertragen.
Blaurot verträgt sich bei gleicher Helligkeit nicht mit Gelbrot.
Wohl aber verträgt sich ein helles Orangerot mit einem dunklen Weinrot besonders gut (verschieden Helligkeit).
Komplementärfarben:
Unter dem Begriff Komplementärfarben fassen die Farbenlehren jene Farbenpaare zusammen, die sich im Farbenkreis gegenüberstehen. Werden zwei Komplementärfarben im Farbkasten miteinander vermischt so ergeben sie Grau.
Folgende Farben sind zueinander komplementär.
Gelb zu Blauviolett, Orange zu Indigogelb, Orangerot zu Blau, Rot zu Blaugrün, Purpurrot zu Grün, Gelbgrün zu Rotviolett.
Grundregeln für die Farbgebung in der Wohnung:
Eine wohnliche Umgebung ist kontrastarm
Die wohnlichsten Farbskalen findet man in der Natur.